China ist ein Land der Gegensätze. Auf der einen Seite beeindruckt das Land durch seinen rasanten politischen Aufstieg, seine Wirtschaftsdynamik und seine Vielfalt. Auf der anderen Seite erschrecken Berichte über Hinrichtungen und Verhaftungen von Andersdenkenden, über gravierende Umweltverschmutzung und das starke Einkommensgefälle in der chinesischen Gesellschaft. Die Gegensätze des komplexen Transformationsprozesses Chinas zu verstehen, fällt Außenstehenden nicht leicht. Doch eines ist klar: das wiedererstarkte China muss aktiv in die Weltgemeinschaft eingebunden werden. Auch durch Deutschland. Darum ist es wichtig, einen dauerhaften transnationalen Gedankenaustausch über die gesellschaftliche Entwicklung beider Länder zu führen.

Die zukünftige Haltung Deutschlands gegenüber China wird maßgeblich durch die heutige studentische Generation geprägt und gestaltet werden. Darum möchte der Studentendialog deutsche und chinesische Studierende als die potenziellen Meinungsführer und Leistungsträger von morgen zusammenbringen, um einen Meinungsaustausch ermöglichen und zu einem größeren gegenseitigem Verständnis beitragen. So soll eine Grundlage geschaffen werden, um in Zukunft Probleme gemeinsam besser lösen zu können. Im Rahmen des Studentendialogs fanden in den Jahren 2007, 2009 und 2010 bereits drei Symposien in Berlin statt. Das Symposium 2018 wird voraussichtlich im März 2018 stattfinden.

Im Umgang mit der aufstrebenden Macht China will der Deutsch-Chinesische Studentendialog neue Korridore öffnen und bisher unbeschrittene Wege gehen. Ausgangspunkt dieses Ansatzes ist die Überzeugung, dass die nachhaltige Beilegung interkultureller Differenzen und Streitigkeiten grundsätzlich auf gegenseitigem Verständnis basiert. Mit anderen Worten: nur wer die Bedürfnisse, Ängste und Wünsche seines Gegenübers kennt und angemessen berücksichtigt, kann aktiv für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit über Landes- und Kulturgrenzen hinweg arbeiten.

Der Deutsch-Chinesische Studentendialog setzt sich also ein für eine Neuerfindung des Konzepts „Wandel durch Annäherung“. In diesem Sinne sollen Deutschland und China, deutsche und chinesische Studierende, die deutsche und die chinesische Kultur aufeinander zugehen, nicht obwohl es Differenzen gibt, sondern gerade weil diese existieren. Wir sind uns sicher, dass dadurch schrittweise die heute zweifelsohne vorhandenen Problemfelder geöffnet und gemeinsam gelöst werden können. Der Deutsch-Chinesische Studentendialog ist unser Beitrag zu dieser Entwicklung.